Erkrankungen der Analbeutel

Analbeutel: auch „ Analdrüsen“ genannt

Was sind Analbeutel?

Die Analbeutel sind zwei sackartige Hohlräume, die bei Hund und Katze rechts und links des Afters liegen und mit je einem schmalen Ausführungsgang nahe der Grenze zwischen After und behaarter Haut münden. In der Wand der Analbeutel befinden sich zahlreiche Drüsen, die ein bräunliches, schmieriges und übelriechendes Sekret produzieren und in den Hohlraum abgeben. In erster Linie werden die Analbeutel beim Kotabsetzen entleeert, damit ist sozusagen das Revier markiert. In stressigen Situationen kann es auch passieren das vor Schreck der gesamte Inhalt verspritzt wird, das kommt aber glücklicherweise eher selten vor. Grundsätzlich kommt die Erkrankungen der Analbeutel bei der Katzen seltener vor. Beim Hund ist es ein weit verbreitetes Problem.

Ursachen für die Erkrankung
Analbeutelerkrankungen entstehen durch eine Überproduktion von Sekret oder durch eine Entleerungsstörung. Verantwortlich für eine ungenügende Entleerung ist zu festes Sekret, das die Ausführungsgänge verstopf und zu weicher Kot, der den natürlichen Entleerungsmechanismus verhindert. In jedem Fall kommt es zu einer Überfüllung der Beutel, zur Sekretanschoppung. Durch eindringende Bakterien entsteht im weiteren Verlauf eine Entzündung, die wiederum infolge der Schwellung zur weiteren Verstopfung führt. Solche vereiterten Analbeutel können Infektionsherde mit Auswirkungen auf den gesamten Körper sein, der sich im harmlosesten Fall in Form von chronischem Juckreiz äußert. 

Erkrankungsformen und Symptome
Bei der Analbeutelverstopfung hat sich die Flüssigkeit verdickt und verhärtet. Der Hund rutscht auf dem Hinterteil, das sogenannte Schlittenfahren, und versucht sich vermehrt in der Analregion zu lecken. Manchmal beißen sich die Tiere im Flanken- oder Schwanzansatzbereich wund. Ein weiteres Symptom ist der Pressreiz, wie zum Kotabsatz und die vollen Analbeutel sind ein- oder beidseitig als Hervorwölbungen neben dem After erkennbar. 

Dringen Bakterien in den Analbeutel ein, kommt es zur Analbeutelentzündung. Sie ruft die gleichen Symptome hervor wie die Analbeutelverstopfung, ist jedoch im akuten Stadium schmerzhafter für das Tier. Statt dem Sekret befindet sich eine eitrige Masse in den Beuteln.

Bei einem Analbeutelabszess ist die Infektion zu einer schmerzhaften Schwellung geworden. Sie tritt meist einseitig auf. Die Haut über dem Analbeutel ist stark gespannt und gerötet. Der Abszess kann von allein aufbrechen und der blutige Eiter entleert sich nach außen durch die Haut.

Behandlungen
Die häufigste Behandlung ist die Entleerung und Spülung der Analbeutel. Die Analbeutel werden durch sanften Druck entleert, um die Verstopfung zu beseitigen. Ist der Inhalt zu zäh oder der Ausführungsgang bereits verstopft, wird mit Hilfe einer Knopfkanüle eine Spülflüssigkeit in den Beutel appliziert. Haben sich die Analbeutel entzündet, wird ein antibiotisches und entzündungshemmendes Medikament in den Analbeutel gespritzt. Bei einem Analbeutelabszess wird der Abszess gespalten und mehrere Tage bis zur vollständigen Abheilung gespült. Die Behandlung muss häufig durch Tablettengabe unterstützt werden. Ist die Analbeutelentzündung chronisch geworden, kann Heilung nur durch eine operative Entfernung der Analbeutel erzielt werden.

Hunde, die zu dieser Erkrankung neigen, sollten in regelmäßigen Abständen tierärztlich untersucht werden, um einer Entzündung vorzubeugen.