Aspergillose bei Psittaziden (Papageienvögel)

Aspergillose: Pilzinfektion beim Vogel

Bei der Aspergillose (Pilzinfektion beim Vogel) handelt es sich um eine vorwiegend den Atmungstrakt betreffende Systemmykose, hervorgerufen durch Aspergillus fumigatus. Die Pilzsporen gelangen über die Atemwege in andere Atmungsorgane (Lunge) siedeln sich da an und vermehren sich. Dort führen sie zu Verdickung des Gewebes, bilden kleine Knoten und verdichten das Lungengewebe, Je nach dem wo so ein kleiner Knoten (Granulom) sitzt, kann er das ausatmen behindern, es kann zu einer Überdehnung der Luftsäcke kommen und zum plötzlich (unerklärlichen) Erstickungstod.

Aspergillose findet man häufig bei Papageien aus den Tropen (v.a. Graupapageien, Amazonen) und beim Beo. Diese Infektionskrankheit ist eine der häufigsten Todesursachen bei diesen Tierarten. Bei Vögeln aus trockenen Regionen, z.B. Australien (Kakadus, Wellensittich, Nymphensittich) spielt sie eine untergeordnete Rolle. 


Ursachen:
Hauptursache für die Aspergillose ist die nicht artgerechte Haltung. Die Luftfeuchtigkeit in den Herkunftsländern von Graupapagei und Amazone beträgt weit über 80%. Wir haben in unseren Regionen oft nur 30% und da liegt das Problem. Es ist schwierig dem gefiederten Freund ein angemessenes Klima und damit einhergehende Luftfeuchtigkeit zu bieten. Optimal wären 60%. Ist die Luft zu trocken, trocknen die Schleimhäute der Atemwege aus und begünstigen durch ihre Brüchigkeit eine Pilzbesiedelung.

Andere Ursachen können in falscher Ernährung liegen. Ein Papagei würde sich in der freien Natur niemals nur von Erdnüssen ernähren. In den Futtermischungen für Papageien die man in Zoohandlungen kaufen kann, kommen Erdnüsse in viel zu grossen Anteilen vor. Erdnüsse sind sehr stark mit Pilzsporen belastet und begünstigen den Befall mit Pilzsporen. Erdnüsse sollten daher vermieden werden.

Stress (Unverträglichkeiten zwischen den einzelnen Tieren, Besitzerwechsel oder Wetterumstellungen) und eine unausgeglichene Vitaminversorgung, besonders Vitamin A-Mangel kann ebenfalls zu Schäden in der Auskleidung des Atmungstraktes führen.

Erkrankung und Symptome
Die Aspergillose kann akut (selten) oder chronisch (in den meisten Fällen) verlaufen.
Die akute Form entwickelt sich im Anschluss an eine zu hohe Aufnahme von mit Pilzsporen befallenem Futter in Verbindung mit einem geschwächten Immunsystem, z. B. bei sehr jungen oder alten Tieren. Es kommt zu plötzlichen Todesfällen ohne Ausbildung deutlicher klinischer Symptome.
Die chronische Erkrankung kann über einen langen Zeitraum bestehen ohne spezifische klinische Symptome zu zeigen. Der Verlauf kommt schleichend, Probleme der Atemwege treten oft erst bei fortgeschrittener Erkrankung auf. Die Tiere werden erst mit Atemnot, erhöhter Atemfrequenz und Atemtiefe, Backenblasen, atemsynchronem Schwanzwippen und Atemgeräuschen dem Tierarzt vorgestellt.

Symptome:

  • Teilnahmslosigkeit
  • Atemnot/-geräusche
  • verstopfte Nasenöffnungen
  • Krampfanfälle
  • Durchfall
  • Würgen 
  • Abmagerung
  • stumpfes Gefieder
  • bei Beteiligung des Stimmkopfes können Tiere ihre Stimme verlieren

Diagnose und Behandlung
Durch Entnahme von Tupferproben aus dem Rachen, dem Kropf oder den Nasenlöchern kann eine Erregeranzüchtung versucht werden. Chronische Veränderungen können sehr gut auf einem Röntgenbild festgestellt werden.

Eine vollständige Heilung der Tiere ist in den meisten Fällen nicht möglich. Um so wichtiger ist es, die Belastung der Tiere zu vermindern. Die Futtergabe muss umgestellt werden. Dabei hilft es nicht, wenn Sie die Erdnüsse aus dem Futter heraus sammeln, denn die Sporen haben das gesamte Futter befallen. Pellets sind keimfrei und damit auch frei von Pilzsporen. Achten Sie auf eine stressfreie Haltung, genug Feuchtigkeit in der Luft (60% mindestens) Gut helfen auch Inhalationsbehandlungen. Natürlich gibt es zur Herabsetzung der Pilzbelastung im Körper unterschiedliche Medikamente, die auf unterschiedliche Weise individuell verabreicht werden.